Team Schluchter, Licci und Partner

KI – der Sargnagel für das Motivationsschreiben – leider!?

10. Jul 2024,

KI führt dazu, dass Motivationsschreiben immer mehr zu einem, wenn auch gutformulierten, Standard verkommen. Aber ist diese Entwicklung gut und richtig?

KIMS

Ja, die Tage des Motivationsschreibens sind offenbar gezählt. KI führt dazu, dass die Schreiben, sofern überhaupt noch verlangt, immer mehr zu einem, wenn auch eloquent formulierten, Einheitsbrei verkommen. Da verstehe ich jeden Rekruter, der sich die Mühe zum Lesen spart oder Unternehmen, die es schon gar nicht mehr einfordern. Aber ist diese Entwicklung gut und richtig? Was heisst das im Endeffekt? Das Motivationsschreiben wird bei Bedarf von einer KI-Software erstellt, der Abgleich von CV und Stelleninserat wird von einer ATS (Applicant Tracking System) Software bewertet. Wo bleibt da der Mensch?

Ich persönlich bin ein Verfechter von gut geschriebenen Motivationsschreiben. Was heisst gut? Ein gutes Motivationsschreiben ist auf die ausgeschriebene Stelle und das Unternehmen fokussiert und zeigt authentisch, was mich an Stelle und dem Unternehmen wirklich begeistert. Wieso bin ich der bzw. die Richtige, welchen Nutzen bringe ich dem Unternehmen und was macht mich unique? Jeder Satz muss sitzen! Es geht darum, glaubhaft zu vermitteln, dass ich davon überzeugt bin, dass wir uns persönlich in einem Interview näher kennenlernen sollten.

Ja, ein solches Schreiben verlangt von den Bewerbern einiges an Aufwand – aber darf das heute nicht mehr verlangt werden? Dieser Aufwand nämlich ist eine Chance, ehrliche Begeisterung für Stelle und Firma und den Wille für die Extrameile aufzuzeigen.

Liebe Rekruterin, lieber Rekruter, geben sie den Bewerbern die Möglichkeit, sich individuell zu präsentieren. Fordern Sie dieses Schreiben trotz Fachkräftemangel ein oder bieten Sie es als Option an. Hochmotivierte Kandidaten werden es schätzen und die Chance packen.

Ich wünsche mir, dass das Ende des Motivationsschreibens noch lange auf sich warten lässt, auch wenn ich weiss, dass die Uhr tickt – leider!

Markus Schluchter, Managing Partner bei Schluchter, Licci & Partner AG bei Schluchter, Licci & Partner AG

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